Gartentipp Landesverband

 

 

 

 

2021 – Gartentipp 19 – Beliebtes Sommergemüse – Zucchini


Was wäre ein Sommer ohne Zucchini? Reiche Ernte, vielseitig verwendbar und kräftig im Wachstum macht der eigene Anbau auch „Garten-Neulingen“ Spaß. Nach den Eisheiligen finden wärmeliebende Fruchtgemüsearten ihren Platz im Freien, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auffallend große gelbe Blüten schmücken die Pflanzen, bevor sich die typischen Zucchinifrüchte bilden. Oft reichen schon ein oder zwei Pflanzen, um eine (kleine) Familie den Sommer über mit Zucchinifrüchten zu versorgen.

Zucchini im Garten

Zucchini sind kälteempfindlich und erhalten erst dann ihren Platz im Freien, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. In der Regel ist dies ab Mitte Mai. Sie brauchen einen lockeren, nährstoffreichen und humosen Gartenboden. Das Einarbeiten von Kompost und Hornmehl bei der Pflanzung ist sinnvoll. Während des Sommers braucht das Gemüse ausreichend Wasser. Um die Verdunstung aus dem Boden zu reduzieren hat es sich bewährt mit Grasschnitt oder anderem frischen organischen Material zu Mulchen. Dies fördert außerdem das Bodenleben und garantiert die Nährstoffnachlieferung.


Die Zucchini-Vielfalt ist groß. Neben walzenförmigen Früchten in grün, gelb und gestreift gibt es auch die Kugelform. Während die meisten Zucchini kompakt und buschig wachsen, bildet die Kletterzucchini lange Triebe, die am Zaun oder an einem Pfahl angebunden werden. Für die meisten Zucchinisorten planen Sie etwa einen Quadratmeter je Pflanze ein. Einjährige Sommerblumen im Randbereich locken Insekten an und machen den Gemüsegarten bunt.

Gelb leuchten die großen Trichter-Blüten der Zucchini, in denen auch häufig Bienen zu finden sind. Weibliche Blüten besitzen gleich einen kleinen Fruchtansatz, während die männlichen auf dünnen Stielen sitzen. Oft bilden sich erst nur männliche Blüten, bevor später bei wärmeren Temperaturen verstärkt weibliche Blüten erscheinen. Lassen Sie jedoch immer auch wenige männliche Blüten stehen.

Zucchini auch ohne großen Garten


Das beliebte Fruchtgemüse lässt sich auch anbauen, wo wenig Platz zur Verfügung steht. Selbst im Hochbeet, Kistengarten oder großem Kübel wachsen die Pflanzen und bilden ihre Früchte. Achten Sie auf ausreichend große Pflanzgefäße und nutzen Sie hochwertige Substrate. Es eignen sich besonders Sorten, die kleiner und kompakt bleiben. In Bayern wurden eine grüne und eine gelbe Sorte zum „Gemüse des Jahres 2021“ gekürt. Mitgliedsbetriebe des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes und der Initiative „Ihre RegionalGärtnerei“ bieten „Fred“ und Wilma“ exklusiv an. Beide Sorten haben einen kompakten Wuchs und auch die Früchte werden nicht allzu groß.

Zucchini kulinarisch


Gegen eine Schwemme an Zucchinifrüchten hilft am besten eine frühzeitige Ernte. Die optimale Fruchtgröße liegt bei etwa 12 bis 25 Zentimetern. So erntet man dann zwar vielleicht weniger an Masse, dafür aber nur schmackhafte und besonders zarte Früchte. Diese schmecken auch roh in dünnen Scheiben oder geraspelt im Salat. Gebraten, gekocht, gedünstet, gegrillt – leckere Rezepte mit Zucchini findet man schnell. Groß gewordene Früchte eignen sich auch noch für Suppen, Chutneys oder für Kuchen. Durch die härtere Schale der großen Früchte sind diese auch ein paar Tage länger haltbar.

Zucchini-Blüten, vorzugsweise männliche, können Sie braten, frittieren und füllen und werden so eine leckere Vorspeise.

(Bilder: Bayerische Gartenakademie sowie Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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2021 – Gartentipp 17 – Rhabarber – fruchtiges Saison-Gemüse

Auf dem Wochenmarkt und in den Lebensmittelgeschäften liegen nun die saftigen Rhabarberstangen – ein Zeichen von Frühling. Da steigt die Lust auf Kuchen mit frischen Früchten. Rhabarber schmeckt nach Obst und wird auch wie Obst verwendet und trotzdem ist der Rhabarber Rheum rhabarbarum ein Gemüse, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Rhabarber wird oft als Kompott, als Fruchtgrütze, als Kuchenbelag und zur Herstellung von Fruchtaufstrichen verwendet. Beliebt ist sein Saft auch bei Getränken z. B. als Schorle oder Limonade.

Rhabarberernte

Geerntet werden nur dickere und mittelstarke Rhabarberstiele. Die Blätter sind zum Erntezeitpunkt nicht mehr wellig, sondern schon ziemlich glatt ausgebreitet. Mit einem kräftigen Drehen des Stängels an seiner Basis löst man ihn von der Pflanze. Auf Schneiden verzichtet man besser, da das verbleibende Stängelstück oft zu Faulen beginnt. Bei jedem Erntegang entfernt man etwa fünf Stiele je Pflanze. Die Anzahl ist von der Pflanzengröße abhängig. Doch bleiben besser noch zwei Drittel der Rhabarberstiele stehen. So kann sich die Pflanze erholen und weitere neue Erntestangen bilden. Entfernen Sie gleich nach der Ernte die großen Blätter vom Stiel, damit die Stängel knackig und frisch bleiben. Die zerkleinerten Blätter können auf den Kompost, oder aber auch als Mulchmaterial auf Beet oder unter Sträuchern verteilt werden.

Die Rhabarberernte im Garten beginnt meist im Mai. Warme Tage und ausreichend Bodenfeuchte lassen das Gemüse kräftig sprießen. Verzögern kalte Temperaturen die Ernte, so kann man auch im Garten die Ernte verfrühen. Ganz klassisch geht das mit sogenannten Rhabarbertöpfen aus Ton. Die Stangen erscheinen dann ganz hell und zart. Auch Vlies schützt vor Frost und Kälte und wird fest verankert aufgelegt, dass sich die Blätter entfalten können. Schon ab Februar könnte man diese Maßnahmen durchführen, um schon im April frischen Rhabarber zu ernten. Als typisches Saisongemüse endet die Ernte fristgerecht. Dies ist nach dem 24. Juni. Dann braucht die Pflanze die Zeit zum Kräftesammeln, um im nächsten Jahr wieder üppig und mit starken Stangen auszutreiben.

Rhabarber im Garten

Die zu den Knöterichgewächsen gehörende ausdauernde Pflanze ist eine Staude. Sie besitzt ein unteririsches dickes und frosthartes Rhizom mit fleischigen Wurzeln. Im Herbst ziehen die Blätter des Rhabarbers ein. Nach einer Ruhepause treibt die Pflanze bei steigenden Temperaturen wieder aus. Sie benötigt relativ viel Wasser und für die Nährstoffversorgung wird zum Austrieb z.B. mit Kompost und etwas Hornmehl gedüngt.

Rhabarber ist ein sehr einfach zu kultivierendes und robustes Gemüse, wenn einige Regeln beachtet werden. Als Tiefwurzler benötigt er bei einer Neupflanzung eine gründliche und tiefe Bodenbearbeitung. Mittlere bis schwere, gut mit organischer Substanz versorgte und wasserhaltende Böden eignen sich besonders. Auch wenn die Pflanze viel Wasser benötigt, werden undurchlässige und staunasse Böden nicht vertragen. Die beste Zeit einer Pflanzung oder das Teilen vorhandener Rhabarberstauden ist im Oktober. So können sich bis zum Winter noch ausreichend Wurzeln bilden. Jedes Pflanzstück hat ein Gewicht von mindestens 500 Gramm sowie wenigstens eine Knospe. Planen Sie im Halbschatten oder in der Sonne pro Pflanze einen Platzbedarf von einem Quadratmeter ein. Für eine Familie reichen zwei bis vier Pflanzen.

Immer wieder bilden sich mächtige Blütenstände mit weißen Einzelblütchen. Damit die Pflanze nicht viel Kraft verliert ist es besser die Blüten wegzuschneiden, besonders während der Erntezeit. Allerdings tummeln sich verschiedene Insekten an der Blüte, die man nun in Ruhe beobachten kann.

(Bilder: Christine Scherer sowie Marianne Scheu-Helgert © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2021 – Gartentipp 10 – Winterschäden

Beim Frühjahrsputz im Garten fallen nun die Auswirkungen der sehr frostigen und zum Teil sehr sonnigen Woche im Februar auf. Dank des rechtzeitigen Schneefalls zeigen Stauden und Zwiebelblumen kaum Schäden. Dass immergrüne Gehölze jedoch besonders gelitten haben, erfahren die Mitarbeiter der Bayerischen Gartenakademie am Gartentelefon.

Auch im Klimawandel sind frostige Temperaturen möglich. In der Gesamtsumme war jedoch der Februar zu warm, auch wenn die Temperaturen zeitweise im zweistelligen Minusbereich lagen. Dann gab es Temperatursprünge von über 30 Grad, sodass fast warme 20 Grad Celsius erreicht wurden.

Erkennbare Schäden an Pflanzen

Schaut man sich im Garten oder auch in der Umgebung um, so erkennt man nun verbräunte Pflanzen. Oft sind es nicht ganze Pflanzen, sondern Teile wie einzelne Blätter oder junge Austriebe. Manchmal sind auch nur einseitige Schäden erkennbar oder der Schaden tritt an oberen Pflanzenteilen auf. Es sind vor allem immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Thuja, Liguster, Heckenmyrthe (Lonicera nitida). Auch der sonst in Weinbaugebieten und an geschützten Standorten kälteverträgliche ausgepflanzte Rosmarin zeigt deutlich braune Verfärbungen und Frostschäden. Pflanzen in Kästen und vor allem kleineren Gefäßen sehen oft ebenfalls erfroren aus.

Ligusterhecke

Liguster lebt

Doch beispielsweise bei Liguster sieht der Schaden schlimmer aus als er ist. Er hat die Blätter verloren und die Triebe sind bräunlich verfärbt. Kratzt man aber mit dem Daumen an der der Rinde, so ist der Zweig noch grün.

angetriebene Rosen

Mancherorts hatten die Rosen schon angetrieben. Der starke Frost hat dies wieder zunichte gemacht und es sind sogar ganze Triebe erfroren. Schneiden Sie Rosen deshalb nicht zu früh. So können Sie frostgeschädigte Triebe entfernen und haben trotzdem noch genug Knospen für junge Austriebe.

Frosttrocknis

Pflanzenschäden durch Kälte? Meist nur indirekt, denn größtenteils sind vor allem immergrüne Pflanzen vertrocknet. Wie kann das sein? Durch die tiefen Temperaturen konnten die Pflanzen das Wasser nicht in die Blätter transportieren. Bei Pflanzen in Kästen oder Gefäßen war der gesamte Wurzelballen durchgefroren; eine Wasseraufnahme somit unmöglich. Bei größeren Gehölzen im Garten kam außer dem gefrorenen Holz auch noch Wassermangel im Boden dazu, obwohl der Boden heuer nicht durchgefroren war.

Betrachtet man die geschädigten Pflanzen erkennt man, dass der Standort eine wesentliche Rolle einnimmt. Geschützte Stellen, z.B. nahe der Hauswand, im halbschattigen Bereich, zeigen oft weniger Schäden. In offenen Lagen, mit Wind und Wintersonne, ist die Schädigung meist größer. Bei Gehölzen an Straßen oder Gehwegen können die Auswirkungen größer sein oder sich auch in den nächsten Wochen noch zeigen, wenn Streusalz eingesetzt wurde.

Schnee schützt

Noch rechtzeitig vor den eisigen Temperaturen fiel Schnee, selbst in milden Gegenden, wo Schnee kaum noch gekannt wird. Schnee legt sich schützend wie ein Teppich über die Erde und die Pflanzen. Niedrige Zwiebelblumen wie Winterling, Schneeglöckchen und Krokus zeigen keinen Schaden und sie blühen einfach weiter. Selbst Feldsalat auf dem Beet hat die Kältewelle unbeschadet überstanden. Unter der Schneedecke war der Boden gar nicht durchgefroren.

Und dann…..

Schneiden Sie geschädigte Pflanzenteile zurück. Eine leichte Düngung erleichtert den Pflanzen mit den Schädigungen zurechtzukommen. Nutzen Sie die Chance bei Totalverlust und verändern Sie den Garten mit Neuem.

Auch in Zukunft wird es längere frostige Phasen im Winter geben, die oft nur sehr lokal zu Schäden führen. Wässern Sie bei offenem Boden gelegentlich im Herbst und Winter Ihre Immergrünen vor allem vor Frostphasen, um Frosttrocknis vorzubeugen. Bei Obstbäumen hilft das Weißeln der Stämme oder das Umbinden mit Tannengrün bzw. Jute oder Vlies. Dann erwärmt sich der Stamm bei starker Sonneneinstrahlung nicht so stark und der Saftfluss wird verzögert. Starke Fröste könnten sonst zu Stammrissen führen.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2021 – Gartentipp 08 – Schau nach den Kübelpflanzen

Bevor es im Garten nach der Kälte weitergeht, nutzen Sie die Zeit und kümmern sich um die überwinterten Kübelpflanzen, raten die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Viele Wochen stehen die Pflanzen nun im Winterquartier, das oft nicht optimale Bedingungen bietet. Schadorganismen können sich entwickeln.

Kübelpflanzen im Winterquartier

Im Winter fristen unsere mediterranen Kübelpflanzen ein Schattendasein. Wenig beachtet stehen sie irgendwo im Keller, der Garage oder einem anderen Ort, der keine optimalen Überwinterungsmöglichkeiten bietet. Meist sind die Standorte zu warm und zu dunkel. Folglich treiben jetzt lange, dünne und schwache Triebe aus. Diese haben oft nur eine hellgrüne Farbe und knicken leicht um. Und dann treten auch schon die ersten Schädlinge auf: Blattläuse, Wollläuse und Schildläuse. Ungünstige Lebensbedingungen sowie Schadorganismen schwächen die Pflanzen, die im Sommer wieder viele Blüten bringen sollen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Nun heißt es ran an die Pflanze, am besten gleich mit einer Schere. Vertrocknete Triebe werden weggeschnitten, lange stark eingekürzt. Sorgen Sie für Luft und Licht in der Pflanze. Aus den „Augen“ der verbleibenden Triebstücke entwickeln sich in den nächsten Wochen neue kräftige Zweige. Mit den Rückschnittmaßnahmen entfernen Sie gleichzeitig viele Schaderreger, die die ohnehin dünnen grünen Triebe noch mehr schwächen.

Manche Pflanzen haben sehr viele trockene Blätter entwickelt. Entfernen Sie auch diese. Oft sind sie sind nämlich mit Grauschimmelsporen, einem Schwächepilz, behaftet. Nun hat die Pflanze wieder Möglichkeiten frisch auszutreiben.

Kübelpflanzen – fit für den Sommer

Schmucklilien

Wandelröschen

Schon länger nicht umgetopft? Dann ist es jetzt Zeit. Gleichzeitig können Sie zu groß gewordene Horste z.B. der Schmucklilie (Agapanthus) oder des Indischen Blumenrohrs (Canna) teilen. Somit verjüngen Sie die Pflanzen und geben ihnen neuen Schwung. Wie auch bei verholzenden Pflanzen z.B. Fuchsie, Wandelröschen und Pelargonie, wird der Wurzelballen von einem Teil alter Erde befreit und gegebenenfalls die Wurzeln etwas eingekürzt. Verwenden Sie zum Eintopfen neue Kübelpflanzenerde, möglichst torffrei oder torfreduziert. Da die Pflanzen wieder mehrere Jahre im Topf wachsen sollen, enthalten Kübelpflanzenerden strukturstabile mineralische Anteile. Somit sackt das Substrat nicht stark zusammen. Auch ist es möglich, vorhandene Blumenerde mit Splitt oder Tongranulat selbst zu mischen.

Bougainvillea

Ab Ende Februar stellen Sie die Pflanzen wieder heller und etwas wärmer. Langsam können Sie mit dem Gießen beginnen. Denken Sie daran, dass eine Pflanze erst mehr Wasser benötigt, wenn sie grüne Blätter bildet, die verdunsten. Haben Sie nicht umgetopft, können Sie in wenigen Wochen mit einer leichten Düngung beginnen, um den Pflanzen einen guten Start für den Sommer zu geben. Haben Sie ihre umgetopften Kübelpflanzen jedoch in neues Substrat gesetzt, sind Nährstoffe bereits enthalten. Dann düngen Sie erst in etwa sechs bis acht Wochen.

Sobald es die Witterung erlaubt, härten Sie Ihre Kübelpflanzen rechtzeitig ab und stellen diese bei milden Temperaturen – zunächst tagsüber – ins Freie an einen nicht zu sonnigen Platz. Zum einen wachsen die Triebe kräftig heran und sie vertragen die Sonneneinstrahlung später besser. Freuen Sie sich auf den Sommer auf Balkon und Terrasse, umgeben von blühenden Schönheiten.

Hier finden Sie eine Schnittanleitung für den Oleander. Auch im Frühjahr sind diese Schnittmaßnahmen noch möglich.

https://youtu.be/X56Ad4UCsIk

(Bilder: Christine Scherer sowie Bayerische Gartenakademie © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-147) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

2021 – Gartentipp 06 – Gehölzschnitt – jetzt ist die optimale Zeit dafür!

Im laublosen Zustand lässt sich der Wuchs der Obst- und Ziergehölze gut erkennen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie erklären, warum der Spätwinter eine gute Zeit für den Baum- und Strauchschnitt ist. Schnittmaßnahmen sind wichtige Pflegemaßnahmen für die Pflanzengesundheit. Sie halten die Gewächse vital und fördern den Austrieb.

Warum ein Gehölzschnitt?

Zier- und Beerenobststräucher bilden ohne Schnitt vergreiste, verkahlende Triebe, dichte Stöcke und weniger Blüten. Bei jährlichem Schnitt erfolgen die Eingriffe moderat. Das Gehölz behält eine günstige Struktur, üppige Blütenpracht und verbesserte Fruchtqualitäten. Für einen locker aufgebauten Strauch lichtet man vor allem im Inneren aus. Dabei werden ältere, dicke, aber auch kranke, hoch geschossene und zu schwache Triebe direkt über dem Boden abgeschnitten. Zu lange, bogig überhängende Teile werden am besten über einer tiefer liegenden Verzweigung zurückgenommen. Generelles Einkürzen aller oder zu langer Triebe würde eine starke Neutriebbildung und eine dichte Verzweigung an den Strauchspitzen auslösen. Früchte mit guter Größe und Qualität erhält man beim Beerenobst, wenn die Sträucher noch vor der Blüte gut ausgelichtet sind, dafür jedoch kräftige ein- bis dreijährige Triebe besitzen.

Gehölzschnitt nicht früher

Viele Sträucher besitzen einen schönen Fruchtschmuck, der auch über den Winter an den Pflanzen verbleibt. Die oft farbigen Beeren zieren die kahlen Zweige. Die Früchte dienen aber auch den heimischen Vögeln als wichtige Nahrungsquelle in der kargen Zeit. In einem Naturgarten findet man häufig mehrere fruchtragende Gehölze. Größere Schnittwunden an Bäumen können Eintrittspforten für Pilze und Bakterien (z.B. Obstbaumkrebs, Bakterienbrand, Rotpustelkrankheit). Findet der Schnitt bereits von November bis Januar statt, steigt die Befallsgefahr, da die Wunden über den Winter, also mehrere Monate, nicht heilen. Auch Frost wirkt auf die Wunden ein und kann diese stärker schädigen. Zudem können der Knospen nahe der Schnittstelle erfrieren oder austrocknen. Bei späteren Schnittzeitpunkten stehen die Gehölze bereits „im Saft“ und können Infektionen besser abwehren.
Nur wenige Ziersträucher benötigen einen stärkeren Schnitt. Hierbei werden im März die letztjährigen Triebe, die noch Blütenreste enthalten, auf einen Stummel mit drei bis fünf Augen zurückgenommen. Zu dieser Gruppe gehören z.B. Sommerflieder, Blauraute, Bartblume und Zwergspiere.

Gehölzschnitt nicht zu spät

Große Schnitteingriffe an Bäumen, Sträucher und vor allem Hecken dürfen nach dem 28. Februar nicht mehr durchgeführt werden. Dies gilt für das „auf Stock setzen“ sowie das komplette Entfernen der Pflanzen. Das Auslichten, der fachgerechte Rückschnitt oder der Formschnittschnitt sind hingegen erlaubt. In diesem Fall sollten Sie Hecken und Ziersträucher bis Mitte März schneiden, bevor Vögel ihre Nester bauen. Sie werden sonst auf der Suche nach Nistmöglichkeiten oder beim Nestbau in Hecken, Bäumen und Sträuchern gestört. Sie wollen veredeln? Jetzt ist der allerletzte Zeitpunkt für das Schneiden der Edelreiser gekommen, da bald der Saftanstieg und Austrieb der Gehölze erfolgt.

(Bilder: Christine Scherer, Hubert Siegler sowie Isolde Keil-Vierheilig © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 05 – Wir warten auf das Frühjahr – Gartenarbeiten im Februar

Noch mitten im Winter können wir den Frühling kaum erwarten. Gerade weil der Lockdown uns immer noch fest in Griff hat, wünschen wir uns Betätigung draußen im Garten. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für die Gartenarbeiten im Februar. Witterungsbedingt sollte klar sein, dass nicht alle Arbeiten zu jeder Zeit durchführbar sind. Und doch kann man sich auch bei widrigen Zeiten gut mit dem Garten beschäftigen.

Der Garten im Februar

Viburnum bodnantense

Chimonanthus praecox

Nicht überall ist es grau und trist. Gehen Sie mit offenen Augen durch den Garten. Erste Winter- und Vorfrühlingsblüher zeigen ihre Knospen und Blüten. Ganz unten in Bodennähe blühen Winterling, Schneeglöckchen und Vorfrühlings-Alpenveilchen. Und auch Duft liegt in der Luft: zitronenartig riechen die cremeweißen Blüten der Winter-Heckenkirsche Lonicera purpusii. Ebenfalls duftende Blüten besitzen die Chinesische Winterblüte Chimonanthus praecox, der Winterschneeball Viburnum x bodnantense ‘Dawn‘ und der Duftschneeball Viburnum farreri. Und das war noch nicht alles. Welche Blüten entdecken Sie in Ihrem Garten? Gehölze und Gräser zeigen in der laublosen Zeit ihre Wuchsstruktur. Bei Schnee kommt diese stärker zu Geltung.
Der versierte Gemüsegärtner erntet auch im Winter noch. So steht ganz hoch im Kurs der Feldsalat. Ihn können Sie nach Bedarf schneiden. Unter Vlies stehen oft noch Zuckerhut und Radiccio. Sind die unansehnlichen Blätter entfernt, hat man noch feste kleine Köpfe. Auch Lauch, Rosen- und Grünkohl bereichern den Speiseplan. Brauchen Sie Lagergemüse wie Möhren, Rote Bete und Kürbis auf.

Wenn es das Wetter zulässt……

Bei trockener Witterung und die Temperaturen nicht unter minus fünf Grad liegen können Sie mit dem Rückschnitt beginnen. Herbsthimbeeren schneiden sie bis zum Boden ab. Damit besteht keine Gefahr der Ansteckung durch die Himbeerrutenkrankheit. Schneiden Sie wenige Zentimeter über der Erde, treiben verbliebene Augen bald aus und blühen für die Ernte ab August bereits im Juli. Auch Kernobst- und Beerenobst, falls nicht gleich nach der Ernte geschehen, bekommen nun ihren Rückschnitt. Für eine reiche Traubenernte ist der jährliche Rebschnitt jetzt wichtig. Entfernen Sie immer auch Fruchtmumien an den Obstgehölzen. So reduzieren Sie den pilzlichen Infektionsdruck für die neue Saison. Auch wenn der eigentliche Rosenschnitt erst im März oder April erfolgt, können Sie jetzt dicke vergreiste Triebe von Strauchrosen, die mit Moos oder Flechten bewachsen sind, komplett oder bis auf wenige Zentimeter entfernen. Schlafende Augen werden schon zum Austrieb angeregt. Starke Schnittmaßnahmen und „auf Stock setzen“ von Hecken und anderen starkwachsenden Gehölzen sollten aus Naturschutzgründen bis Ende Februar beendet sein.
Beginnen Sie langsam den Rückschnitt von Stauden und Gräsern, wenn milde Temperaturen angesagt sind. Lassen Sie jedoch Schnitt-Material in Reichweite liegen, das eventuell als Kälteschutz für die Neuaustriebe dienen kann.
Schützen Sie Immergrüne vor Wintersonne und kalten Winden mit Strohmatten oder ähnlichem. Gießen Sie bei Trockenheit und nicht gefrorenem Boden. Die grünen Blätter und Nadeln verdunsten auch in der kalten Jahreszeit Wasser.
Sobald der Boden abgetrocknet ist, können Umpflanzaktionen von Gehölzen und Stauden sowie Neupflanzungen erfolgen. Baumscheiben werden aufgehackt und von Bewuchs befreit. Moose und Flechten können von alten Baumstämmen abgebürstet werden. Nistkästen werden spätestens jetzt gereinigt bzw. zusammen mit Insektenhotels neu aufgehängt

Und was sonst noch?

Begutachten Sie Ihre Kübelpflanzen und achten Sie auf Schädlinge. Der Rückschnitt sowie das Umtopfen in neue Kübelpflanzenerde fördern zusammen mit einem helleren Standort ein kräftiges Austreiben.Paprika und Chili sowie Aubergine und Artischocke haben eine lange Anzuchtdauer, weshalb die Aussaat an der Fensterbank schon im Februar beginnt. Tomaten sät man erst Mitte März, Zucchini, Kürbis und Gurken noch viel später.
Lust auf frisches Grün? Ganz schnell geht es mit der Aussaat von Kresse auf der Fensterbank. Nach einer Woche lassen sich die würzigen grünen Blättchen verwenden.
Nutzen Sie außerdem die ruhige Zeit, um in Zeitschriften, Saatgutkatalogen und Gartenbüchern zu schmökern, um sich Ideen für die neue Saison zu holen. Machen Sie den Aussaat- und Pflanzplan für den Gemüsegarten und besorgen Sie sich das Saatgut.

(Bilder: Christine Scherer sowie Marianne Scheu-Helgert © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 04 – Die Stechpalme – zauberhaft den ganzen Winter

Erinnern Sie sich noch an die roten Weihnachtskugeln am Baum? Die Zweige der Stechpalme mit den derben grünen Blättern und roten Früchten bieten diese Zierde in kleiner Form den ganzen Winter. Immergrüne Pflanzen sind in der laublosen Zeit besonders reizvoll.

Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die Stechpalme vor, denn die heimische Stechpalmen-Art Ilex aqulifolium wurde zum Baum des Jahres 2021 ernannt. Schon fast verschwunden, haben sich die Wildvorkommen in Deutschland wieder etwas erholt.

Porträt der Stechpalme

Ilex aquifolium ist die in Mitteleuropa heimische Art. Man findet sie als schwächer wachsenden Waldbaum auf leicht sauren bis neutralen und nicht zu trockenen Böden. Durch die Bildung von Wurzelschossen breitet sich die Pflanze im Unterholz von Buchenwäldern aus. Somit eignet sich die Stechpalme, auch Hülse genannt, besonders für halbschattige und schattige Bereiche. In sehr kalten Gebieten kommt die sie nicht vor, da die Pflanze besonders in ihrer Jugendzeit frostempfindlich reagiert. Optimal für das Wachstum sind milde Winter und ausreichend hohe (Sommer-)Niederschläge. Man könnte meinen, dass der Klimawandel dem zähen Ilex zugute kommt. Doch die für die Stechpalme gefährlichen Spätfröste nehmen zu. Und ganz oft ist die lange Sommertrockenheit in vielen Gebieten ein großes Problem.

Dunkelgrüne, ledrige und stechende Blätter, die das ganze Jahr an der Pflanze verbleiben sind ein wesentliches Merkmal. Die ganze Pflanze ist giftig, doch nicht für Vögel. Die (meist) roten Früchte an den weiblichen Pflanzen sind ein willkommenes Futter im Winter. Bienen erfreuen sich an den recht unscheinbaren weißlichen Blüten im Mai. Besonders viel Pollen besitzen die Blüten der männlichen Pflanzen.

Stechpalmen im Garten

In Parks und Gärten findet man Ilex als Ziergehölz. Doch dort ist stehen weniger die heimische Art, vielmehr andere immergrüne Arten mit unterschiedlichen Blattformen, Wuchsgrößen und Wuchsformen. Mal ist die Stechhülse ein prägendes Solitärgehölz, mal kann sie als Heckengehölz verwendet werden. Sorten des stadtklimafesten Ilex crenata (Japanische Hülse) können Sie an geeigneten Standorten als Buchsersatz pflanzen. Diese besitzen kleinere Blätter und vertragen auch einen Formschnitt gut.

Neben den Sorten mit dunkelgrünen Blättern zieren andere mit goldgelben oder weißen Panaschierungen (Färbungen). Auch sind die Blätter der Stechhülsen nicht immer dornig. Viele Arten bzw. Sorten besitzen glattrandiges Laub.

Wünschen Sie üppigen Fruchtschmuck als Zierde im Garten? Dann bedenken Sie beim Einkaufen der Pflanzen, dass Ilex zweihäusig ist. Nur weibliche Pflanzen bilden die Früchte in rot, braun oder schwarz, wozu aber eine männliche Pflanze als Bestäuber erforderlich ist.

Nicht nur das Klima mit Frösten und Trockenheit schränkt die Pflanzungen im Garten ein, entscheidend ist auch der Boden. Dieser sollte leicht sauer sowie humos, nährstoffreich und durchlässig sein. Weißt er einen hohen pH-Wert auf, entstehen Chlorosen (Blattaufhellungen). Bei Einzelpflanzungen sind Bodenverbesserungen möglich.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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