2021 – Gartentipp


 

2021 – Gartentipp 38 – Die Obsternte lockt

Herbstzeit – Erntezeit: die Bäume hängen voll mit Äpfeln, Birnen und Zwetschgen. Tafeltrauben zieren die Rebstöcke. Doch wann ist Zeit für die Ernte, werden die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie gefragt.

Nicht überall sind die Erträge zufriedenstellend. So war der Fruchtansatz spärlich oder Krankheiten und Schädlinge haben die Ernte geschmälert. Die Witterung hat einen großen Anteil am Erfolg oder Misserfolg.

Apfelernte

Leuchtend rote Äpfel hängen nun an den oft stark behangenen Zweigen. Schön sind große Streuobstbäume bei Wanderungen anzusehen. Und auch im Garten haben sich die Früchte schön ausgefärbt und laden zum Probieren ein. Doch Halt – allein die rote Backenfarbe sagt nichts über die Reife! Oft sind die Äpfel noch gar nicht genussfähig. Nur ein optimal geernteter Apfel schmeckt und bietet Wohlgenuss. Durch kühle Nächte und warme Tage hat sich die starke Rotfärbung der Backen innerhalb kurzer Zeit gebildet. Doch im Innern ist er Apfel oft noch nicht reif.

Ein wichtiger Aspekt der Pflückreife ist die Umfärbung der Schale. Die grüne Grundfarbe wechselt zu gelbgrün. Die Lagerfähigkeit der Äpfel vermindert sich, wenn diese schon vollgelb ist. Je länger eine Frucht am Baum verbleibt, umso mehr lassen Fruchtfestigkeit und Säuregehalt nach. Die vorhandene Stärke wandelt sich in Zucker um. Ein weiteres Reifekriterium ist das Pflücken selbst. Dazu heben Sie die Frucht leicht an und drehen sie. Löst sich der Apfelstiel problemlos vom Baum, ohne abzureißen, kann geerntet werden. Ansonsten warten Sie noch ein paar Tage. Bei vorzeitiger Ernte bleiben die Früchte im Geschmack grasig und ohne Aroma. Da nicht alle Früchte des Baumes zur gleichen Zeit pflückreif sind, werden nur die jeweils reifen Äpfel abgenommen. Sieben bis zehn Tage später erfolgen weitere Erntegänge.

Immer wieder werden braune Kerne als Reifeanzeiger genannt. Sicherlich haben viele Obstliebhaber damit gute Erfahrungen gemacht. Doch dafür müssen sie die Früchte aufschneiden. Bei Frühsorten färben die Kerne allerdings spät, so dass dieses Kriterium nicht zuverlässig angewendet werden kann.

Zwetschgenernte

Zwetschgen färben nun an den Bäumen blau und beginnen teilweise von Stiel her langsam zu schrumpeln. Doch im Inneren sind die Früchte oft noch grün und unreif. Es fällt auf, dass sie heuer ganz schlecht vom Stein lösen, selbst Sorten mit sonst guter Steinlöslichkeit. Schuld ist die Witterung. Sie ist auch dafür verantwortlich, dass die Früchte nun ganz schnell schimmeln. Wo mehrere Früchte zusammenhängen bilden sich ganz Nester pilzbefallener Früchte. Diese gilt es zu entfernen, spätestens im Winter die Fruchtmumien, um einer Ansteckung im nächsten Jahr vorzubeugen.

Tafeltrauben ernten

Wo Pilzkrankheiten Laub und Beeren noch nicht beeinträchtigt oder gar zerstört haben, reifen nun die Trauben. Besonders die blauen Sorten haben schon eine tiefblaue Farbe. Lassen Sie die Früchte möglichst lange am Rebstock, damit sich mehr Fruchtzucker bilden kann. In Organzasäckchen können sie reifen, ohne von Wespen, Fruchtfliegen oder Vögeln gefressen zu werden.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung

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2021 – Gartentipp 35 – Dunkle Beeren im Trend

Dunkle Beeren besitzen durch ihre Inhaltsstoffe einen hohen Gesundheitswert. Jetzt reifen viele dieser Früchte im Garten, die roh oder verarbeitet genutzt werden können, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie. Auch wenn manche recht herb schmecken, in Kombination mit milden Früchten wie Apfel, Birne und Zwetschge ergeben sie leckere Produkte.

Durch die Witterung in diesem Jahr reifen Brombeeren, Aronia, Holunder und Co. etwa ein bis zwei Wochen später als sonst.

Brombeeren

Die ersten blauschwarzen Früchte der Himbeer-Verwandten sind schon erntereif. Doch die dunkle Farbe allein sagt nichts über die Reife. Erst wenn sich die Beere ganz leicht, ohne zu reißen, von der Pflanze lösen lässt ist die schmackhafte Süße erreicht. Deshalb ist ein mehrmaliges Durchpflücken wichtig. Auch eine einzelne Pflanze liefert über mehrere Wochen ständig frische Früchte zum Naschen. Benötigt man für die Verwertung mehr Früchte, so lassen sie sich gut einfrieren.

Manche, vor allem ältere Brombeer-Sorten, besitzen teilweise sehr starke Stacheln, die das Ernten erschweren und deshalb nicht sonderlich beliebt sind. Doch längst auch sogenannte „dornenlose“, bei denen neuerer Sorten auch mit gutem Geschmack überzeugen. Es sind dies z.B. die frühreifende ‘Loch Tay‘ sowie ‘Loch Ness‘, ‘Asterina‘ und ‘Navaho‘. Alle bilden keine langen Ranken und lassen sich gut als Fächer am Spalier ziehen. Somit finden sie auch in einem kleineren Garten einen Platz.

Blaue Trauben

Ebenfalls an einem Spalier lassen sich Tafeltrauben ziehen. Mit einem kräftigen Schnitt im zeitigen Frühling, Pflegemaßnahmen während des Sommers und einer geeigneten Sorte lassen sich wohlschmeckende Trauben mit dunklen Beeren erzielen. Achten Sie auf die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten. Die bekannte Sorte ‘Muskat Bleu‘ zeigt selbst in Jahren mit hohem Befallsdruck kaum Schädigungen durch Echten und Falschen Mehltau. Außerdem ist sie allgemein sehr robust und eignet sich auch für Standorte, die kein Weinbauklima aufweisen. Eine blaue kernlose Alternative ist ‘Venus‘.

Wildobst mit dunklen Früchten

In kleineren Gärten oder sogar in großen Kübeln findet man die Schwarze Apfelbeere oder Aronia. Die Früchte besitzen ein hohes Maß an sekundären Inhaltsstoffen, wodurch oft von ihr als„Superfood“ gesprochen. Erntet man die kleinen, fast schwarzen, kugeligen Beeren zu früh schmecken sie nicht sehr ansprechend (fad, sauer). Da jedoch kein Pilzbefall auftritt, kann man die Früchte noch hängen lassen bis sie beginnen leicht einzutrocknen. Dann nimmt der Zuckergehalt zu. Ein Rohgenuss der herben Früchte ist möglich, doch oft werden die Früchte zur Verwendung zu Fruchtaufstrichen und Säften mit milden Obstarten gemischt. Getrocknet eignen sich die stark färbenden Früchte auch im Müsli.

In großen Dolden hängen die Früchte des Schwarzen Holunders am Großstrauch oder kleinem Baum. Doch die Beeren dürfen nicht roh verzehrt werden. Vor allem als Saft oder Fruchtaufstrich finden sie Verwendung und in Mischung mit anderem Obst wird der Geschmack milder.

Ernte nicht ganz ungetrübt

Dunkle Früchte ziehen leider die Kirschessigfliege an und die Witterung tut das Übrige. Bei kühlen Temperaturen und hoher Luftfeuchte fühlt sich das Tier besonders wohl und schädigt durch die Eiablage sowie später durch den Larvenfraß reife und zunächst gesunde Früchte. Weitere Informationen im Umgang mit diesem Schädling finden Sie unter https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/131844/index.php

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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33 – Nachwuchs durch Stecklinge

Lust auf eigene Nachzuchten? Neben der generativen Vermehrung durch Samen gibt es die vegetative durch grüne Pflanzenteile, die Stecklinge. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für das Anziehen neuer Pflanzen.

Jetzt im Sommer ist die Zeit günstig, um bestimmte Pflanzen durch Stecklinge zu vermehren, denn die jungen Triebe sind fest, aber noch nicht verholzt. Besonders lohnt es sich bei alten, unbekannten und außergewöhnlichen Sorten oder dann, wenn man viele Pflanzen braucht oder verschenken will.

Neue Pflanzen durch Stecklingsvermehrung

Mit dieser Methode können Sie eine Vielzahl von Beet- und Balkonblumen vermehren. Die Triebe von Fuchsien, Pelargonien, Wandelröschen und anderer Kübelpflanzen sind bis Mitte des Sommers ausgereift und nicht mehr weich. Ebenso können Sie mit vielen anderen verholzenden Gartenpflanzen verfahren. Beliebt bei uns und auch bei den Insekten sind duftende Kräuter wie Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene und Minzen. Die jungen Nachzuchten eignen sich in einem schönen Topf auch als Geschenk für Gartenfreunde.

Auch aus Platzgründen ist die Stecklingsvermehrung sinnvoll. Gerade unsere klassischen Balkon- und Kübelpflanzen erreichen über den Sommer eine stattliche Größe. Diese sind aber frostempfindlich und benötigen einen Platz zum Überwintern. Doch der ist oft nicht vorhanden. Machen Sie jedoch Stecklinge von Ihren Lieblingspflanzen, sind die Zögling bis zum Herbst bewurzelt und lassen sich ohne großen Platzbedarf gut durch die kalte Jahreszeit bringen.

So gehen Sie bei Stecklingen vor

Schneiden Sie nur Stecklinge von gesunden und kräftigen Mutterpflanzen. Dazu wählen Sie möglichst blüten- und knospenfreie Triebe mit drei bis vier Blattpaaren aus, die Sie mit einem sehr scharfen Messer unterhalb eines Blattpaares schneiden. Kleine Blättchen an der Blattachse kommen weg. Nun, Balkonblumen und andere stehen jetzt in voller Blütenpracht. Deshalb werden Sie kaum Triebe ohne Knospen und Blüten entdecken. Entfernen Sie vorsichtig die Blütenansätze, so dass der Stiel nicht verletzt wird. Blüten und Knospen verbrauchen für den Steckling zu viel Energie und können durch Faulen zum Krankheitsherd werden.

Als Vermehrungssubstrat eignet sich Aussaaterde, evtl. noch mit Sand gemischt, das in saubere Töpfe und Gefäße gefüllt wird. Stecken Sie den Steckling in die Mitte des Topfes und drücken Sie ihn an, so dass er Erdanschluss hat und nicht umfallen kann. Damit er nicht austrocknet, erfolgt gleich anschließend das Angießen und leichtes Abdecken mit Folie. So ein zarter Steckling sollte zwar hell stehen, aber grelle Sonne schadet ihm. Eine Schattierung mit einem Zwiebelnetz, einem dünnen Stoff oder einem dünnen Vlies ist deshalb sinnvoll. Auch ein heller Fensterplatz an der Nordseite eignet sich recht gut, dann ohne Schattierung. Eine tägliche Kontrolle ist nun nötig, um Pilzerkrankungen durch zu hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser zu vermeiden. Da kann man gleich kurz lüften und entstandene Schadstellen entfernen. Nach etwa zwei Wochen haben sich die ersten Wurzeln entwickelt.

Auch das Einstellen der Stecklinge in ein Glas mit Wasser funktioniert bei vielen Pflanzen gut. Außerdem können Sie dann gleich das Wurzelwachstum beobachten. Nach der Wurzelbildung kommen die Jungpflanzen dann in ein Gefäß mit Erde.

Während kälteempfindliche Pflanzen im Haus überwintern, können Gehölze wie Liguster, Lavendel und Buchs bis wenige Grad unter Null im Freien verbleiben. Ein Schutz mit Vlies ist aber sinnvoll.

Steckhölzer nicht mit Stecklingen verwechseln

Während Stecklinge im Sommer von krautigen Pflanzen gewonnen werden, eignen sich die diesjährigen Neutriebe von Zier- und Beerenobststräuchern für Steckhölzer. Diese Art der Vermehrung erfolgt meist erst im Herbst.

(Bilder: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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32 – Beeren haben’s heuer schwer

Obwohl wir mitten in der Beerensaison stecken und fleißig die bunten und gesunden Früchte ernten, ist heuer ist ein schwieriges Jahr für die Naschfrüchte, meinen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Beerenobst hat Platz in jedem Garten und es ist doch ein gewisser Luxus Früchte direkt vom Strauch gleich auf den Tisch zu bekommen. Frischer geht es nicht.

Die besondere Beerensaison 2021

Starkregen und Hagel schädigten ab der Mitte der Erdbeersaison die empfindlichen Früchte. Durch explosionsartiges Auftreten von Fruchtfäulen und Grauschimmel war die Erdbeerernte rasch beendet. Sommerhimbeeren, und auch jetzt schon mancherorts die ersten Herbsthimbeeren, sind täglich zu ernten, um schimmeligen Früchten vorzubeugen. Während sich rote und schwarze Johannisbeeren relativ robust zeigen, findet man an den Stachelbeeren durch Sonnenbrand geschädigte und aufgeplatzte Früchte. Heidelbeerfrüchte zeigen noch keine Schäden. Sie werden öfter, am besten täglich durchgepflückt.

Kirschessigfliege im Anmarsch

Die Kirschessigfliege liebt feucht-warmes Wetter und breitet sich seit Ende Juli stärker aus. Da sie neben Beeren auch andere weiche Früchte (z.B. Steinobst, Kiwi und Aronia, aber auch Mahonien und Schlehen) befällt, ist mit ihr den ganzen Herbst zu rechnen. Somit sind es ohne Schutzmaßnahmen schlechte Aussichten für Brombeeren, Herbsthimbeeren, Holunder und Tafeltrauben. Bei Tafeltrauben hat sich das Einnetzen in Organzabeutel bewährt. Die feinmaschigen Netze dienen nicht nur dem Schutz vor der Kirschessigfliege, sondern auch vor Wespen und Vögeln. Größere Pflanzen können mit Spezial-Gemüsefliegennetzen umspannt werden, deren Maschengröße bei 0,8 mm liegt. Lediglich zur Ernte wird das sonst dicht geschlossene Netz kurz geöffnet. Ernten Sie das Obst ständig, in nur kurzen Abständen. Durch die Kirschessigfliege geschädigte Früchte entfernen Sie aus dem Bestand. Vom Kompostieren ist abzuraten. Hier finden Sie weiter Informationen: https://www.lwg.bayern.de/gartenakademie/gartendokumente/infoschriften/131844/index.php

Erhöhter Pilzbefall

Neben Fruchtfäulen findet man in diesem Jahr vermehrt Pilzbefall an Beerenobst-Arten: Echter und Falscher Mehltau sowie Rostpilze. Bestandshygiene ist hier besonders empfehlenswert. Schneiden Sie befallene Blätter, Triebe und Früchte heraus und entsorgen Sie diese in der Biotonne und nicht über den eigenen Kompost.

Einige Liebhaber schwören auf Stärkungsmittel (Schachtelhalmbrühe, Komposttees) oder auf den Einsatz von Effektiven Mikroorganismen. Doch dies muss vorbeugend erfolgen und zeigt bei hohem Befallsdruck mit extremer Witterung nicht immer den gewünschten Erfolg.

(Bilder: Christine Scherer sowie Hubert Siegler und Mareike Wurdack © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 30 – Trauer im Tomatenbeet

Der Schreck war groß – fast über Nacht bekamen die Tomatenpflanzen dunkelbraune und graue Flecken auf verschiedenen Pflanzenteilen. Lange Zeit war die Kraut- und Braunfäule in manchen Regionen kein Thema mehr. Doch in diesem Jahr hat sie schonungslos zugeschlagen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie haben es selbst erfahren.

Das Entsetzen und die Trauer sind groß. Auf eine große Tomatenernte werden in diesem Jahr viele verzichten müssen. Große Regenmengen sorgten für die starke Ausbreitung des Schadpilzes.

Die Kraut- und Braunfäule

Die Kraut- und Braunfäule an Tomaten wird durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht. Die Krankheit tritt meist ab Mitte Juli bei feuchter, kühlerer Witterung und vor allem im Freiland auf. Befinden sich mit der gleichen Krankheit befallene Kartoffeln in der Nähe, sind diese oft schon früher erkrankt und infizieren dann die Tomate. Wiederkehrende (stärkere) Niederschläge, hohe Luftfeuchte sowie Temperaturen wenig über 20 Grad und nachts oft weit darunter, lassen die Blätter kaum abtrocken, so dass sich der Pilz schnell ausbreiten kann. Feuchte Böden ab Mai, verbunden mit Düngung, hat die Pflanzen schnell wachsen lassen, so dass sie recht weiches Gewebe gebildet haben. Dieses ist dann anfälliger für Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule.

Ältere Blättern zeigen zunächst graugrüne Flecken, die sich grau bis schwarz verfärben und ineinanderfließen. Bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet sich auf der Blattunterseite ein grauweißer Pilzrasen. Auch die Stängel werden befallen. Diese bekommen braune Flecken und werden dort brüchig. Empfindlich für eine Infektion sind auch die Früchte. Es entstehen braune, etwas eingesunkene harte Flecken, die tief in das Fruchtfleisch gehen. Die Früchte sind nicht genießbar und sind zu entsorgen.

Die Phytophthora-toleranten Tomaten Sorten zeigen im Freien, selbst ohne Überdachung, kaum Krankheitsbefall. Beispiele: ‘Philovita F1‘, ‘Primabella‘, ‘Phantasia F1‘

Was tun bei Befall?

Sehen Sie erste Flecken auf den Blättern und ist die Aussicht auf trockeneres Wetter, so können Sie die befallenen Pflanzenteile großzügig entfernen, mit der Hoffnung, dass es keine Neuinfektionen mehr gibt. Sind jedoch schon die Stiele der Tomaten mit dunkelbraunen Stellen übersät, so wird es mit der Tomatenernte nichts mehr werden und die Pflanzen sterben schnell ab. Entfernen Sie die ganzen Pflanzen sorgfältig und entsorgen Sie diese dann über die Biotonne. Gesunde grüne Tomatenfrüchte können noch nachreifen, wenn sie ihre Endgröße erreicht haben und schon von dunkel- auf hellgrün wechseln. Doch kontrollieren Sie täglich. Oft bemerkt man den Fruchtbefall mit Braunfäule erst nach ein paar Tagen.

Nutzen Sie die nun leeren Beete für Herbstsalate wie Endivien, Zuckerhut und Feldsalat sowie Spinat, aber auch andere Salate, Kohlrabi und Radies. Problemlos können Sie Gründüngung einsäen. Oder benötigen Sie ein neues Erdbeerbeet?

Vorsorge für das nächste Jahr

Wir können noch nicht sagen, wie das Wetter im nächsten Frühjahr und Sommer sein wird. Wichtig für den erfolgreichen Tomatenanbau ist auf alle Fälle ein weiter Pflanzabstand von mindestens 60 Zentimetern und ein konsequentes Ausgeizen, damit genügend Luft durchziehen kann und die Blätter möglichst trocken bleiben. Gießen Sie nur über den Boden und benetzen Sie die Blätter möglichst nicht. Besonders in Regionen, die öfter mit Niederschlägen rechnen, ist der Tomatenanbau unter einem Dach empfehlenswert. So bleiben die Pflanzen weitgehend trocken und es kann Wind durchziehen. Deshalb sollten auch die Seiten der Überdachungsvorrichtung offen bleiben, eventuell lediglich die Wetterseite geschlossen. Pflanzen Sie Tomaten und Kartoffeln möglichst weit auseinander, denn oft sind erst die Blätter der Kartoffeln befallen, bevor die Pilzsporen die Tomaten infizieren. Die Tomatenstäbe werden mit Seifenlauge gewaschen und vorsorglich im nächsten Jahr ein anderes Beet gewählt.

Die Nutzung von Folienhauben ist ungünstig. Es bildet sich schnell Schwitzwasser, was wiederum Pilzinfektionen begünstigt.

Ist das Gewächshaus die bessere Alternative?

Da könnte man meinen, es sei besser die Tomaten in ein Kleingewächshaus zu pflanzen. Dies bietet guten Regenschutz, es kann früher gepflanzt werden und es ist eine zeitlich längere Ernte zu erwarten. Allerdings ist das Ganze abhängig von der Größe. Je kleiner das Gewächshaus, umso problematischer wird der Anbau. Steigen die Außentemperaturen, wird es im Inneren schnell zu heiß. Bei hoher Luftfeuchte besteht die Gefahr verschiedener anderer Pilzkrankheiten wie Grauschimmel, Samtfleckenkrankheit und andere. Manchmal ist der Fruchtansatz durch geringe Befruchtung nicht befriedigend. Lüften Sie so viel wie möglich und öffnen Sie Türen und Fenster, auch in der Nacht.

(Bilder: Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an das Gartentelefon (0931/9801-3333) oder schreiben Sie eine E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de

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2021 – Gartentipp 27 – Lavendel – der Traum vom Süden

Mit Lavendel verbindet man häufig große Felder im Süden Frankreichs oder in mediterranen Urlaubsorten. Aber auch in englischen Gärten gehört Lavendel dazu. Der lieblich würzige Duft erinnert stets an Sommer. „Die Pflanze fühlt sich besonders in den warmen und niederschlagsarmen Gegenden wohl“, erklären die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Lavendel mit seiner Blütezeit von Juni bis August ist als Gartenpflanze sehr beliebt. Am richtigen Standort ist der Halbstrauch pflegeleicht und erfreut uns und unterschiedliche Insekten über viele Jahre.

Lavendel-Vielfalt

Die Blütenfarbe des Lavendel ist nicht nur lila. Selbst dieses variiert von einem blassen Fliederton bis zu einer intensiv dunklen Blauviolett. Doch es gibt auch Sorten mit rosa oder weißen Blüten. Die Blütenstände selbst können sehr lang, schmal und locker sein oder auch kurz und kompakt. Und auch die mehr oder weniger grau-grünen Blätter zeigen verschiedene Formen und Ausprägungen.

Am bekanntesten ist sicherlich der Garten-Lavendel Lavandula angustifolia mit einer Vielzahl verschiedener Sorten. Diese zeigen nicht nur unterschiedliche Blütenfarben (verschiedene blau-lila Töne, weiß und rosa), sondern auch die Wuchshöhen, die zwischen 25 und 90 Zentimetern liegen. Besonders lange Blütenrispen besitzt der etwa zwei Wochen später blühende Provence-Lavendel Lavandula x intermedia, dessen Farbspektrum ebenfalls verschiedene blau/lila Farbtöne sowie weiß aufweist. Während die beiden vorher genannten Lavendel-Arten den Winter im Gartenbeet überstehen, müssen Schopf-Lavendel (Lavendula stoechas) und Kanarischer Lavendel (Lavandula pinnata) frostfrei überwintert werden.

Lavendel im Garten

Lavendel liebt einen durchlässigen, kalkhaltigen Boden in voller Sonne. Zu viel Bodenfeuchte, vor allem im Winter verträgt er nicht. Deshalb ist ein gut dränierter Boden wichtig, dass sich keine Staunässe bilden kann. In Kiesbeeten fühlt er sich deshalb besonders wohl. Kombinationspflanzungen mit anderen trockenheitsverträglichen Stauden, aber auch manchen Rosen sind möglich. Karge Böden verbessern die Winterhärte und intensivieren den Duft. Garten- und viele Provence-Lavendel sind ausreichend winterhart, wobei ein Schutz vor intensiver Wintersonne mit Vlies oder Reisig, zumindest zeitweise ratsam ist. Jährlich geschnitten ist Lavendel auch als Beeteinfassung und blühender insektenfreundlicher Buchsersatz geeignet.

Lavendel zählt zu den Halbsträuchern. Er zieht nicht wie eine Staude komplett ein, sondern es verbleiben oberirdisch holzige und krautige Pflanzenteile. Jedes Jahr im Frühjahr wird die Pflanze stark, das heißt nur wenig über den verholzten Stellen, zurückgeschnitten. Nach der Blüte, oder auch zur Blütenernte schneiden Sie den Blütenstängel komplett und dabei ein bisschen tiefer ab.

Lavendel(blüten) füllen Duftsäckchen gegen Motten, wirken beruhigend auf uns. Sie lassen sich gut trocknen und damit auch lange Zeit verwenden und für Trockensträußchen und andere duftende Dinge nutzen. Die graulaubigen Zweige fügen sich zierlich in Wintergestecke ein.

Bis auf den Schopflavendel sind Lavendelpflanzen wahre Insektenmagnete. Gerne besuchen Bienen die Blüten und sammeln Pollen und Nektar. Da vor allem Zwergsorten des Lavendel auch in Gefäßen wachsen, verschönern sie auch Balkone und Terrassen. Sie lassen sich auch mit anderen mediterranen Kräutern oder trockenheitsverträglichen Stauden gut kombinieren und wandeln den „Blumenkasten“ in eine Insektenparadies.

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2021 – Gartentipp 25 – Erdbeersommer

Die Erdbeerernte hat nun auch im Garten begonnen und täglich gibt es frischen Nachschub. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps für den Anbau im Garten, auf dem Balkon und der Terrasse, damit auch über einen längeren Zeitraum leckere rote Früchtchen geerntet werden können.

Erdbeeren gehören zum beliebtesten Saison-Obst bei Kindern und Erwachsenen. Sie haben wenig Kalorien und viele wertvolle Inhaltsstoffe. Allerdings lassen sich Erdbeeren schlecht lagern und sollten deshalb frisch genossen werden.

Gesunde Früchte

Als weiches und saftiges Obst sind Erdbeeren empfindlich gegenüber Schädigungen. Längere Feuchtigkeit durch Regen oder häufiges Gießen kann zu Grauschimmel (Botrytis) an den Früchten führen, besonders dann, wenn die Früchte auf der Erde aufliegen. Abhilfe schafft das rechtzeitige Mulchen ab der Blüte mit Stroh und ein ausreichend großer Pflanzabstand. Vorteilhaft sind Sorten, deren Blüten und Früchte sich über dem Laub entwickeln, da diese dann leichter abtrocknen. Allerdings kann es auch leichter zu Sonnenbrand kommen.

Erdbeeren sind schnell verderblich und eignen sich besonders für den Frischverzehr. Kleiner Tipp: Gehen Sie täglich mit zwei verschiedenen Schüsselchen in den Garten. In das eine Gefäß werden die gesunden Beeren gepflückt und in das andere die fauligen und schimmeligen Früchte abgelegt. Diese Pflanzenhygiene beugt einer Ansteckung gesunder Früchte vor.

Ernte über mehrere Wochen

Wer sich ein bisschen umschaut, stellt fest, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Erdbeersorten gibt. Meist sind es einmaltragende, mit den Reifezeiten früh (ab Ende Mai), mittel und spät (Juli). Diese werden dann oft beet- oder reihenweise im Garten angebaut. Durch geschickte Sortenwahl ist eine Ernte über einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen möglich.

Wer seine Erdbeeren in Kästen, Kübeln oder anderen Gefäßen anpflanzt und nicht viel Platz hat, nutzt gerne mehrmalstragende (remontierende) Sorten, die immer wieder mittelgroße Früchte zum Naschen bringen. Monatserdbeeren tragen zwar sehr kleine, aber sehr aromatische „Walderdbeerchen“ den ganzen Sommer lang. Sie wachsen in kompakten Horsten und eignen sich daher auch im Garten als Beetumrahmung.  Auch zierende Erdbeersorten mit rosafarbenen oder roten Blüten sind bei voller Reife geschmackvoll. Sie bilden lange Ausläufer und schmücken Ampeln, Balkonkästen oder Hochbeete.

Leckere Erdbeeren

Sorte Snow White

Erdbeeren lassen sich vielfältig verwenden. Natürlich geht nichts über eine ausgereifte Frucht frisch genascht von der Pflanze. Sie eignet sich für‘s Müsli, den Obstsalat, als Kuchenbelag, aber auch für Fruchtaufstriche allein oder in Mischung mit z.B. Johannis- oder Himbeeren. Und wer die Früchte nicht sofort verwenden kann friert sie ein; am besten als Mus. Wie Pralinen sind Erdbeerfrüchte in Schokolade getaucht. Ein Sommergenuss ist aromatisiertes Wasser mit Erdbeeren und Minze oder eine Erdbeerbowle mit Freunden an einem lauen Sommerabend.

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2021 – Gartentipp 19 – Beliebtes Sommergemüse – Zucchini


Was wäre ein Sommer ohne Zucchini? Reiche Ernte, vielseitig verwendbar und kräftig im Wachstum macht der eigene Anbau auch „Garten-Neulingen“ Spaß. Nach den Eisheiligen finden wärmeliebende Fruchtgemüsearten ihren Platz im Freien, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Auffallend große gelbe Blüten schmücken die Pflanzen, bevor sich die typischen Zucchinifrüchte bilden. Oft reichen schon ein oder zwei Pflanzen, um eine (kleine) Familie den Sommer über mit Zucchinifrüchten zu versorgen.

Zucchini im Garten

Zucchini sind kälteempfindlich und erhalten erst dann ihren Platz im Freien, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. In der Regel ist dies ab Mitte Mai. Sie brauchen einen lockeren, nährstoffreichen und humosen Gartenboden. Das Einarbeiten von Kompost und Hornmehl bei der Pflanzung ist sinnvoll. Während des Sommers braucht das Gemüse ausreichend Wasser. Um die Verdunstung aus dem Boden zu reduzieren hat es sich bewährt mit Grasschnitt oder anderem frischen organischen Material zu Mulchen. Dies fördert außerdem das Bodenleben und garantiert die Nährstoffnachlieferung.


Die Zucchini-Vielfalt ist groß. Neben walzenförmigen Früchten in grün, gelb und gestreift gibt es auch die Kugelform. Während die meisten Zucchini kompakt und buschig wachsen, bildet die Kletterzucchini lange Triebe, die am Zaun oder an einem Pfahl angebunden werden. Für die meisten Zucchinisorten planen Sie etwa einen Quadratmeter je Pflanze ein. Einjährige Sommerblumen im Randbereich locken Insekten an und machen den Gemüsegarten bunt.

Gelb leuchten die großen Trichter-Blüten der Zucchini, in denen auch häufig Bienen zu finden sind. Weibliche Blüten besitzen gleich einen kleinen Fruchtansatz, während die männlichen auf dünnen Stielen sitzen. Oft bilden sich erst nur männliche Blüten, bevor später bei wärmeren Temperaturen verstärkt weibliche Blüten erscheinen. Lassen Sie jedoch immer auch wenige männliche Blüten stehen.

Zucchini auch ohne großen Garten


Das beliebte Fruchtgemüse lässt sich auch anbauen, wo wenig Platz zur Verfügung steht. Selbst im Hochbeet, Kistengarten oder großem Kübel wachsen die Pflanzen und bilden ihre Früchte. Achten Sie auf ausreichend große Pflanzgefäße und nutzen Sie hochwertige Substrate. Es eignen sich besonders Sorten, die kleiner und kompakt bleiben. In Bayern wurden eine grüne und eine gelbe Sorte zum „Gemüse des Jahres 2021“ gekürt. Mitgliedsbetriebe des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes und der Initiative „Ihre RegionalGärtnerei“ bieten „Fred“ und Wilma“ exklusiv an. Beide Sorten haben einen kompakten Wuchs und auch die Früchte werden nicht allzu groß.

Zucchini kulinarisch


Gegen eine Schwemme an Zucchinifrüchten hilft am besten eine frühzeitige Ernte. Die optimale Fruchtgröße liegt bei etwa 12 bis 25 Zentimetern. So erntet man dann zwar vielleicht weniger an Masse, dafür aber nur schmackhafte und besonders zarte Früchte. Diese schmecken auch roh in dünnen Scheiben oder geraspelt im Salat. Gebraten, gekocht, gedünstet, gegrillt – leckere Rezepte mit Zucchini findet man schnell. Groß gewordene Früchte eignen sich auch noch für Suppen, Chutneys oder für Kuchen. Durch die härtere Schale der großen Früchte sind diese auch ein paar Tage länger haltbar.

Zucchini-Blüten, vorzugsweise männliche, können Sie braten, frittieren und füllen und werden so eine leckere Vorspeise.

(Bilder: Bayerische Gartenakademie sowie Christine Scherer © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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2021 – Gartentipp 17 – Rhabarber – fruchtiges Saison-Gemüse

Auf dem Wochenmarkt und in den Lebensmittelgeschäften liegen nun die saftigen Rhabarberstangen – ein Zeichen von Frühling. Da steigt die Lust auf Kuchen mit frischen Früchten. Rhabarber schmeckt nach Obst und wird auch wie Obst verwendet und trotzdem ist der Rhabarber Rheum rhabarbarum ein Gemüse, wissen die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie.

Rhabarber wird oft als Kompott, als Fruchtgrütze, als Kuchenbelag und zur Herstellung von Fruchtaufstrichen verwendet. Beliebt ist sein Saft auch bei Getränken z. B. als Schorle oder Limonade.

Rhabarberernte

Geerntet werden nur dickere und mittelstarke Rhabarberstiele. Die Blätter sind zum Erntezeitpunkt nicht mehr wellig, sondern schon ziemlich glatt ausgebreitet. Mit einem kräftigen Drehen des Stängels an seiner Basis löst man ihn von der Pflanze. Auf Schneiden verzichtet man besser, da das verbleibende Stängelstück oft zu Faulen beginnt. Bei jedem Erntegang entfernt man etwa fünf Stiele je Pflanze. Die Anzahl ist von der Pflanzengröße abhängig. Doch bleiben besser noch zwei Drittel der Rhabarberstiele stehen. So kann sich die Pflanze erholen und weitere neue Erntestangen bilden. Entfernen Sie gleich nach der Ernte die großen Blätter vom Stiel, damit die Stängel knackig und frisch bleiben. Die zerkleinerten Blätter können auf den Kompost, oder aber auch als Mulchmaterial auf Beet oder unter Sträuchern verteilt werden.

Die Rhabarberernte im Garten beginnt meist im Mai. Warme Tage und ausreichend Bodenfeuchte lassen das Gemüse kräftig sprießen. Verzögern kalte Temperaturen die Ernte, so kann man auch im Garten die Ernte verfrühen. Ganz klassisch geht das mit sogenannten Rhabarbertöpfen aus Ton. Die Stangen erscheinen dann ganz hell und zart. Auch Vlies schützt vor Frost und Kälte und wird fest verankert aufgelegt, dass sich die Blätter entfalten können. Schon ab Februar könnte man diese Maßnahmen durchführen, um schon im April frischen Rhabarber zu ernten. Als typisches Saisongemüse endet die Ernte fristgerecht. Dies ist nach dem 24. Juni. Dann braucht die Pflanze die Zeit zum Kräftesammeln, um im nächsten Jahr wieder üppig und mit starken Stangen auszutreiben.

Rhabarber im Garten

Die zu den Knöterichgewächsen gehörende ausdauernde Pflanze ist eine Staude. Sie besitzt ein unteririsches dickes und frosthartes Rhizom mit fleischigen Wurzeln. Im Herbst ziehen die Blätter des Rhabarbers ein. Nach einer Ruhepause treibt die Pflanze bei steigenden Temperaturen wieder aus. Sie benötigt relativ viel Wasser und für die Nährstoffversorgung wird zum Austrieb z.B. mit Kompost und etwas Hornmehl gedüngt.

Rhabarber ist ein sehr einfach zu kultivierendes und robustes Gemüse, wenn einige Regeln beachtet werden. Als Tiefwurzler benötigt er bei einer Neupflanzung eine gründliche und tiefe Bodenbearbeitung. Mittlere bis schwere, gut mit organischer Substanz versorgte und wasserhaltende Böden eignen sich besonders. Auch wenn die Pflanze viel Wasser benötigt, werden undurchlässige und staunasse Böden nicht vertragen. Die beste Zeit einer Pflanzung oder das Teilen vorhandener Rhabarberstauden ist im Oktober. So können sich bis zum Winter noch ausreichend Wurzeln bilden. Jedes Pflanzstück hat ein Gewicht von mindestens 500 Gramm sowie wenigstens eine Knospe. Planen Sie im Halbschatten oder in der Sonne pro Pflanze einen Platzbedarf von einem Quadratmeter ein. Für eine Familie reichen zwei bis vier Pflanzen.

Immer wieder bilden sich mächtige Blütenstände mit weißen Einzelblütchen. Damit die Pflanze nicht viel Kraft verliert ist es besser die Blüten wegzuschneiden, besonders während der Erntezeit. Allerdings tummeln sich verschiedene Insekten an der Blüte, die man nun in Ruhe beobachten kann.

(Bilder: Christine Scherer sowie Marianne Scheu-Helgert © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim)

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Bilder und Text: © Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim, mit freundlicher Genehmigung
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